Hochzeitsbräuche auf Europas größter Insel

“Marry in September’s shine, your living will be rich and fine”, so ein altes englisches Sprichwort. Der Herbst ist also sprichwörtlich die beste Jahreszeit zum Heiraten, da man dann genügend zu essen hat. Die Nahrungsmittel spielten besonders früher als Glücksbringer bei Hochzeiten eine große Rolle. Noch im 17. Jahrhundert wurde das glückliche Paar beim Auszug aus der Kirche mit Weizen beworfen. Und auch heute ist das Streuen von Reiskörnern Gang und Gebe.

Ist das Anschneiden der Hochzeitstorte durch das Brautpaar bei uns einer der Höhepunkte der Feier, verband man im englischen Gloucestershire mit dem Kuchen eine ganz andere Tradition. Einem alten Brauch folgend wurde dieser nicht angeschnitten, sondern über den Köpfen des Brautpaares gebrochen.

Auch die Bezeichnung „honeymoon“, gemeint sind die Flitterwochen, kommt nicht von ungefähr. Einen Monat nach der Hochzeit trank die Braut früher Met, also Honigwein, um ihre Fruchtbarkeit zu steigern. Ein Brauch, der sich über die Zeit hinweg wohl nicht erhalten hat, im Ausdruck „honeymoon“ aber weiterlebt.

Ja, ja, wie heißt es so schön: Andere Länder, andere Sitten und wohl auch Bräuche. Der „schönste Tag“ im Leben geht mit allerhand Ritualen und Traditionen einher. Hen Nights und Stag Nights gehören zur englischen Kultur wie Full English Breakfast und die Queen.

Vor dem Buckingham Palace staunt man über die Monarchie, die sich in Großbritannien trotz aller Kritik bis jetzt halten konnte. Die St.Pauls Cathedral ist ein weiterer Fixpunkt der Tour durch London. Zahlreiche wichtige, staatliche Zeremonien aber auch öffentliche Ereignisse fanden dort statt. Darunter auch die Hochzeit von Prince Charles and Lady Diana, womit wir wieder beim Heiraten wären.

Die royale Hochzeit zog über 700 Millionen Menschen in 58 Ländern in den Bann, die die Zeremonie auf ihren Bildschirmen daheim live verfolgten. Zum einen sicher weil royale Hochzeiten immer Hochzeiten der Superlative sind. Die schönsten Kleider, die größte Gästeschar, die höchste Torte, allerhand Prominente und spekatkuläre Flitterwochendestinationen. Zum anderen weil Diana für viele den „Prinzessinnen-Traum“ lebte. Zumindest sah es anfänglich danach aus…Mit einer 8 Meter langen Schleppe schritt Diana zum Traualtar, um Prinzessin zu werden. Die Hochzeit von Charles und Lady Di war sicherlich eine Jahrhundert-Hochzeit.

Noch ein anderes englisches Sprichwort zum Schluss: "Something old, something new, something borrowed, something blue and a lucky six-pence in your shoe", trägt die Braut etwas Altes, etwas Neues, etwas Gebrauchtes, etwas Blaues und eine 6 Pfenning Stück im Schuh bringt das Glück. Ein Brauch, der eigentlich auch von der Insel kommt, sich aber auch bei uns in Deutschland größter Beleibtheit erfreut und natürlich nicht nur für royale Hochzeiten gilt.